Einführung in Mailserver auf Homeservern

Hier werden die grundlegenden Fragen und Hintergründe eines Mailservers erklärt, welcher hinter einem Router mit dynamischer IP eingesetzt werden soll. Hierbei wird die dynamische IP mit einer DynDNS kombiniert, so ist der Router zwar nicht immer unter der gleichen IP, aber unter der gleichen DNS erreichbar. Bestimmte Ports werden an den Server mit der Mailserversoftware weitergeleitet. Zu diesen Ports gehört hauptsächlich der SMTP-Port (Port 25), IMAP bzw. POP3 Ports können optional geöffnet werden.

Allgemeines zu E-Mail Adressen

Falls der Root eines Systems eine Mail verschickt lautet der Absender meistens root@hostname. Die Benutzeradressen und Absender lauten bei anderen Benutzern benutzer@hostname. Diese beiden Adressen sind gültige Mailadressen (auf dem lokalen System/Netzwerk), deren Mails aber nie einen E-Mail Account erreichen werden. Warum dies so ist wird hier erläutert.

Die Notwendigkeit eines Relayhosts

Wenn mal als Inhaber eines Homeservers, der über eine DynDNS verfügt, Mails ohne Relayhost verschicken will, wird das aus folgenden Gründen schwierig:

  • Viele Provider akzeptieren aus dem sog. Dial-Up Bereich (privatem Einwahlbereich) keine Mails.
  • Es wird von vielen Mailprovidern ein Reverse DNS-Eintrag, d.h. ein Verweis von der IP-Adresse auf die Domain und nicht nur von Domain zu IP-Adresse verlangt.

→ Siehe auch: Empfehlungen zum Versand von E-Mails von 1&1

Deshalb greift man zu einem Relayhost. Diese Aufgabe kann jeder beliebige Mailaccount bei jedem beliebigen Mailprovider erledigen. Dabei wird die Mail vom lokalen Mailserver zuerst an den Relayhost übergeben, der die Mail nun an den Empfänger zustellt.

Probleme mit Relayhosts

Die Relayhosts prüfen die E-Mails, die über sie verschickt werden auf den Absender. Wenn ich eine Mail über den Mailaccount benutzer@web.de mit dem Absender root@hostname verschicke wird diese nicht angenommen und die Mails, die über den Relayhost laufen erreichen ihr Ziel nie. Deshalb muss der Absender geändert bzw. gefälscht werden. So kann der Absender an die DynDNS angepasst werden und ich kann unter dem Absender root@meinedyndns.com E-Mails verschicken. Allerdings macht dies nicht jeder Relayhost mit.

Mögliche Provider

Web.de als Relayhost zu verwenden ist mit Absenderfälschung nicht möglich, da die web.de Mailserver sehr auf die Absender achten. Früher war dies mit arcor möglich. Mittlerweile muss man zu bezahlten Relayhosts oder Mailaccounts bei Hostern wie mailbox.org oder Posteo (erlauben teilweise die Nutzung einer eignen Domain) zurückgreifen.

Die einzelnen Komponenten eines Mailservers

Für einen Standard Mailserver, der die benötigten Aufgaben erfüllt, benötigt man in der Regel:

  • Postfix als Mail Transfer Agent mit Protokollen wie SMTP, der die Mail auf dem eigenen System und zu anderen Systemen zustellen,
  • …einen Mail Delivery Agent, der die Mails annimmt (ist in diesem Fall auch Postfix) und in die jeweiligen Postfächer ablegt,
  • …wovon sie ein IMAP- oder POP3 -Server (Dovecot oder Cyrus) den Benutzern zum Abholen bereit hält.
  • Ein Mail Retrieval Agent kann die Mails von einem anderen Server abholen, wird als in unserem Fall durch Fetchmail realisiert.

Abbildung1: Der Ablauf

Beispiel

Angenommen ich hätte in meinem Router den SMTP Port (25) offen und ich würde über den Mailaccount ich@provoder.de mit meinem Mailprogramm eine Mail an benutzer@meine_dny-dns_adresse schicken, dann..

  1. übergibt mein Mail User Agent (Mailprogramm) die E-Mail dem Mailserver des Providers.
  2. Dieser Mailserver (des Providers) schickt nun die Mail an meinen Server, wo der Mail Delivery Agent die Mail via SMTP annimmt und in mein Postfach legt (LDA → Local Delivery Agent).
  3. Nun hole die Mail mit meinem MUA (Mailprogramm) von meinem Server ab, die mir der POP3 oder IMAP Server zur Verfügung stellt.

Unterschiede zwischen IMAP und POP3

Was ist der Unterschied zwischen dem IMAP und dem POP3 Protokoll?

  • Beim Abrufen von Mails via IMAP wird die Ordnerstruktur des Mailservers übernommen. Evtl. Mailfilter wie Sieve filtern die Mails bereits auf dem Server und legen sie in die auf dem Server vorherrschende Ordnerstruktur. Jeder Klient, der die Mails abruft schreibt Änderungen an dieser Struktur sofort auf den Server. So hat jeder Klient praktisch den gleichen Stand der Ordnerstruktur und Bestand an gelesener/ungelesener E-Mails. Falls ich eine Mail lesen, wird diese auch auf dem Server als gelesenen markiert und somit auch auf allen weiteren Clients, wenn diese das nächste Mal ihre E-Mails abrufen.
  • Bei POP3 lädt jeder Client immer die für ihn neuen E-Mails herunter und legt sie lokal ab. Eine evtl. Sortierung kann so nur lokal stattfinden, auch eine Synchronisation zwischen den Clients wird schwierig, da jeder einen anderen Bestand an E-Mails hat.

chrisge 2018/05/26 01:28

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